Linguistisch-literaturwissenschaftliches Forschungsprojekt:

Das Wortspiel in der Sprecher-Hörer-Interaktion

Textfeld: Zuletzt aktualisiert am 03.08.2013

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Das Wortspiel in der Sprecher-Hörer-Interaktion:

Alltagssprache und Literatur!

 

Gemeinsam untersuchen Dr. Esme Winter-Froemel (Romanistische Sprachwissenschaft) und Dr. Angelika Zirker (Englische Literaturwissenschaft) in diesem Projekt Formen und Funktionen des Wortspiels in alltagssprachlichen und literarischen Verwendungen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Wortspiele – über ihre unterschiedlichen Funktionen in verschiedenen Kontexten hinaus, z.B. Unterhaltung, Komik, Verschlüsselung tabuisierter Inhalte, literarische Figurencharakterisierung – immer auch eine (implizite) metasprachliche Komponente beinhalten: Indem sie unterschiedliche Bedeutungen gleich oder ähnlich lautender sprachlicher Ausdrücke in Beziehung setzen, lenken sie die Aufmerksamkeit auf die Sprache bzw. den Akt der Kommunikation selbst. Hierdurch, sowie durch seinen kunstvollen Charakter, stellt das Wortspiel ein genuines Schnittstellen-phänomen dar, durch das einerseits Merkmale literarischer Sprache in der Alltagssprache aufscheinen und andererseits linguistische Fragestellungen und Analyseinstrumente in der Literatur fruchtbar gemacht werden können.

 

 

Projektbeschreibung

 

Wortspiele kommen sowohl in der Alltagskommunikation als auch in der Literatur vor. Sie treten häufig innerhalb bestimmter Textsorten und Diskurstraditionen auf, etwa in Witzen (Was ist weiß und schaut durchs Schlüsselloch? – Ein Spannbettlaken), Schüttelreimen (Es klapperten die Klapperschlangen, / bis ihre Klappern schlapper klangen.) und contrepèteries (z.B. frz. l’art de décaler les sons que débite notre bouche); Wortspiele dieser Art können auch ein charakteristisches Merkmal literarischer Werke (etwa Shakespeare, Molière, Lewis Carroll, Christian Morgenstern, Ernst Jandl) sein.

Das Wortspiel ist Ausdruck eines kunstvollen Umgangs mit Sprache und stellt somit nach unserer Auffassung ein genuines Schnittstellenphänomen dar, durch das sowohl Merkmale literarischer Sprache in der Alltagssprache/-kommunikation als auch die Reflexion bestimmter Eigenschaften von Sprache(n) in der Literatur aufscheinen. Die Fokussierung auf seine Verwendung in der Sprecher-Hörer-Interaktion bietet einen gemeinsamen Ansatzpunkt, von dem ausgehend beide Disziplinen Analyseinstrumente und Fragestellungen beisteuern können. Als wesentliche Aspekte sollen dabei im Projekt die Referenz auf unterschiedliche Typen von Wissensbeständen, die metasprachliche Dimension des Wortspiels und sein Verhältnis zu sprachlicher Ambiguität analysiert werden.

Im Projekt soll eine Reihe von Fallstudien durchgeführt werden, die Wortspiele in unter­schiedlichen Verwendungskontexten, Textsorten und Diskurstraditionen – und damit Wortspiele unterschiedlicher Komplexität und unterschiedlicher Planungsgrade – in den Blick nehmen.

Dabei stehen drei Fragestellungen im Vordergrund:

1. Wie lässt sich das Verhältnis von Wortspiel und Ambiguität charakterisieren? Welche Rolle spielt Ambiguität für das Wortspiel? Inwiefern lässt sich das Wortspiel als spezifischer Typ von Ambiguität charakterisieren?

2. Inwiefern dient das Wortspiel der metasprachlichen Reflexion? Über welche Bereiche von Sprache und Kommunikation wird reflektiert?

3. Welche Rollen spielen unterschiedliche Typen von Wissensbeständen und Umfeldern / Kontexten für das Wortspiel? Inwiefern lassen sich in Abhängigkeit von der Referenz auf bestimmte Wissensbestände bei Produktion und Interpretation unterschiedliche Typen von Wortspielen unterscheiden?

Zentraler Bestandteil des Projekts ist außerdem die Einrichtung eines Praxisboards, d.h. die Einbeziehung von Fachleuten außerhalb der Wissenschaft, etwa aus den Bereichen Komik und Kleinkunst, Werbung, Übersetzung, Rhetorik- und Kommunikationstraining.

 

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